Zur Kunst Ost

Die Texte zur Kunst haben die Berliner Künstlerin Suse Weber, im Nachgang ihres Heftes zu Diskriminierungen im Kulturbetrieb, um ein Statement aus der Perspektive ostdeutscher Künstler*innen gebeten. In der redaktionellen Einleitung heißt es:

Read More

“In unserer aktuellen Ausgabe 113 versammelten wir viele Stimmen zu den Themen Diskriminierung und Rassismus. Untersuchten wir dabei strukturelle Diskriminierungen in vor allem Kultur- und Kunstinstitutionen, so beachteten wir wenig die deutsch-deutsche Problematik an sich und übersprangen dabei ein wichtiges Kapitel einer immer noch tiefliegenden innerdeutschen Diskriminierung. Liefern wir damit rein westliche Perspektiven? Und wie diskriminatorisch gehen wir selbst vor, wenn wir nun einen „Ex-Ossi-Text als eine Art Perspektiv-Text“ (so die Künstlerin selbst) anfragten?”

Danke für die richtigen Fragen, TzK. Und danke, Suse Weber, für diesen Text. In der Aufarbeitung des Verschwindens der Ostkunst (von vor und nach 1989) aus dem Ausstellungsbetrieb, in den Depots, in den Dichotomien von “offiziell” vs. “nichtkonform”, in der Unintelligibilität ihrer spezifischen Sprache im westlich geprägten Kunstverständnis – gibt es noch reichlich zu tun und zu besprechen und ein guter Anfang ist doch, wenn die Akteurinnen der politischen und kritischen Kunstszenen ins Gespräch dazu kommen, welche blinden Flecken es hier aufzuarbeiten gäbe, und wie diese überhaupt erst, in unseren sonst so auf blinde Flecken sensibilisierten Kreisen, entstehen konnten.

https://www.textezurkunst.de/articles/ost-gleitmittel/?fbclid=IwAR3GMIzZSulOxakXxJnBlICNFuJf6eEkriWE35Kb-G_ZqWbFXkxHTIgbJnI